Kanutour Oberrhein Juni 2010

„Kanutour auf dem Oberrhein 30.Mai – 5.Juni 2010“
Teilnehmer: Jürgen, Uwe, Brigitte, ab Brühl Ulli
Bericht von Brigitte

Kanu_Oberrhein_2010_Juni

Kanu_Oberrhein_2010_Juni

Samstag

Aus praktischen Gründen hatte Uwe diezwei Boote, seinen Einer und meinen Kanadier, auf den Bootswagen ansein Auto angehängt. Mit diesem Gespann fuhr er mit Jürgen und miran Bord nach Kehl am Oberrhein. Wem im Auto als Beifahrer leichtschlecht wird, der kann sich vertrauensvoll Uwes Fahrweiseüberlassen, denn er steuert in gleichmäßigem Tempo ohne riskanteÜberholmanöver oder Angeberallüren .

Hänger abstellen auf dem Campingplatzin Kehl, dann ab nach Straßburg, denn die Kanutour sollte auch eineKulturtour werden.

Das Münster, das Wahrzeichen der Stadtmit nur einem Turm, weil der zweite für den Untergrund zu schwergeworden wäre, erscheint wuchtig und erhaben, wenn man durch eineschmale Straße darauf zu geht. Drinnen ist es düster wie in allengroßen gotischen Kathedralen. Deshalb leuchtet die Rosette zwischenden Türmen besonders farbenprächtig. Der Marktplatz wird gesäumtvon kunstvoll gestalteten Fachwerkhäusern, die man vonKalenderbildern her kennt. Draußen sitzen viele Leute in den Cafés,und eine Menge Touristen sind unterwegs.

Es kommt gerade ein Brautpaar aus derKirche, das für den Fotografen posiert, während die GästeSeifenblasen pusten. Ich erwähne das, weil anscheinend überall inStraßburg geheiratet wird an diesem Tag. Ein laut hupender Autocorsodröhnt über die Straßen, ein Trupp Junggesellinnen zieht in rotenKleidchen an dem Restaurant vorbei, in dem wir Sauerkraut undKartoffelpürée essen, wofür Straßburg ja bekannt ist. Und wiederein Heirats- Autocorso. Über den Häusern zieht ein Storch seineRunden. Na, wenn das nicht ein symbolträchtiger Zufall ist!

Sonntag

In der Nacht regnet es Katzen und Hunde .Ich wache auf, weil es vom Zeltdach auf meine Backe tropft. Eine kleine Pfütze im Zelt ist am Morgen größer geworden. Die beiden Kumpels haben ein besseres Zelt als ich. Man will ja nicht gleich am ersten Tag maulen! Das Frühstück im Campingplatz – Restaurant ist  ein Trost, aber nicht der graue Himmel. Uwe, positiv gestimmt, erblickt hier und da blaue ,taschentuchgroße Öffnungen in der Wolkendecke. „ Wartet nur ab. Das wird heute ein schöner Tag“, sagt er zuversichtlich. Das hätte ich auch gesagt, wenn ich die Tour geplant hätte.
Wir packen die nassen Zelte ein, und erst jetzt sehe ich, dass Jürgen seinen halben Hausstand mitgenommen hat. „ Das soll alles in das kleine Boot passen? Da haben wir ja keinen Platz mehr.“ „ Doch. Dein Kanadier kann 300 Kilo transportieren?“ „Wie? Mit der Unterseite nach oben und wir hinterher schwimmend?“ „Nein, natürlich nicht. Warte nur ab.“
In Iffezheim hinter der Schleuse setzen wir die Boote ein. Meins ist so schwer mit all dem Gepäck, dass sich die beiden Männer arg anstrengen müssen, es zu Wasser zu lassen. Es schwimmt – noch. Ich soll einsteigen. Ach du Schreck! Mit mir vorne im Bug wird das Indianerkanu bestimmt sofort zum U- Boot. Ich falte mich zusammen, so gut es geht. Jürgen sortiert sich hinten als Steuermann. Das Boot schwimmt immer noch.  Uwe besteigt sein Kajak und los geht ´s.  Aus einer Nussschale von Boot aus betrachtet, ist der Rhein ein riesiger Fluss, abweisend graubraun unter dem grauen Himmel. In der Flussmitte sehe ich die Strömung, die gefährlich schnell  zu sein scheint. „ Los, wir fahren in die Fahrrinne!“  „Da, wo es so strömt?“ „Ja, da kommen wir schnell voran.“  „ Und wenn ein Schiff kommt?“ „Siehst du eins? Wenn wir eins sehen, haben wir Zeit genug auszuweichen.“ Oh wie schrecklich! Wenn das Boot kippt, wenn das Gepäck zu schwer ist,   was dann? Und wie kommt man aus der Strömung wieder heraus? Es sind schon viele Leute im Rhein ertrunken. Augen zu und zieh durch, zieh durch! „ Jetzt sind wir drin.“ Augen wieder auf. Ach du lieber Himmel! Wie der Fluss das Boot packt und auf seinem Rücken  reiten lässt! Das Ufer ist so verdammt weit!
„ Hier sind überall Pilze“, sagt Jürgen. Pilze? Wir sind doch nicht im Wald. Ich sehe die kreisrunden, glatten Flächen am Rande der Hauptströmung, auch mal mitten drin. Jürgen erklärt mir, wie Pilze in einem Fluss zustande kommen. Das beruhigt mich überhaupt nicht, denn tief unter mir gähnen Abgründe, in denen das Wasser strudelt. Dass es aber so flott voran geht, das macht Spaß. Die Kilometersteine am Ufer, jeweils in hundert Meter- Abstände  unterteilt, zeigen, wie schnell wir sind. Zwölf in der Stunde. Ein Schiff, Hilfe ein Schiff von vorne. Ich bekomme schon Panik, als es noch weit weg ist. Jürgen macht keine Anstalten, aus der Fahrrinne heraus zu paddeln. Das Schiff kommt näher, geradewegs auf uns zu. Ich sehe schon alle Einzelheiten genau, besonders die weiß schäumende Bugwelle.  „Sollten wir nicht allmählich zur Seite paddeln?“ „Noch nicht.“ Der Mann hat Nerven! Gleich sind wir unter dem Frachter und die Schiffsschraube macht Gehacktes aus uns. Das Tuckern des Motors kommt näher, die Bugwelle rauscht, da lenkt Jürgen endlich unsere Nussschale aus der Fahrrinne.  Ich strebe mit aller Kraft ans Ufer. Nein, soll ich nicht. Kaum ist das Heck des Frachters in unserer Höhe, lenkt der Steuermann das Kanu wieder auf das Schiff zu. Ich kriege die Krise, weiß aber im nächsten Moment, dass es genau richtig ist, mit  unserem Bug auf das Schiff zuzuhalten, denn die Wellen dahinter kriegen wir von vorne ab, nicht seitlich. Seitlich, das wäre fatal, aber Bug vorne hüpft das Bötchen brav über die Wellen, schön auf und ab, dass es eine Freude ist. „ Der hatte nicht viel Fahrt drauf, muss ja in Iffezheim in die Schleuse.“ „Aha, und was ist, wenn einer Fahrt drauf hat?“ „Das wirst du schon merken.“  Hm. Besser, ich sage nichts mehr.  Rechts und links am Ufer begleiten uns Auwälder, große Weiden und Pappeln. Berufsverkehr gibt es hier oben auf dem Rhein nur wenig, was für meinen ersten Tag auf dem Fluss  angenehm ist. Ab und zu kommt sogar die Sonne durch.
Uwe schwebt dahin, scheinbar mühelos, meistens vor uns. So sieht unsere Fahrt sicher auch aus, denn die Regelmäßigkeit der Paddelschläge zeigt ja nicht, wie die Muskeln arbeiten, wie sie allmählich weh tun und zu Drahtseil werden. Man sieht auch nicht, wie sich das Blut in den Kniekehlen staut beim Hocken im Kanu, wie die Füße langsam absterben. Ohne Mühe kein Lohn! Ohne Fleiß kein Preis! Die Spannung, mit der ich den Fluss beobachte, lässt nach. Und auf einmal finde ich es super, einfach toll, auf dem Vater Rhein zu paddeln, wo schon Germanen und Römer die Ruder schwangen. Der Fluss ist ein wildes Tier, aber wenn man es zu reiten weiß, trägt es einen geschwind vorwärts. Da hüpft auch das Herz vor Freude.
An vielen Uferstellen gibt es Einfahrten in Altrheinarme. Uwe ist ganz scharf darauf, in einen hinein zu paddeln. Wir im Kanadier eigentlich nicht so, weil wir es gerne schnell haben auf dem Fluss. Trotzdem, Pause muss sein. Also weg von dem großen Fluss in beinahe stehendes Gewässer hinein. Als Jürgen sich stöhnend aus dem Bötchen würgt, gebe auch ich zu, dass mir die Beine weh tun. Es dauert keine zehn Minuten, da hat das Blut wieder freie Bahn und die Augen etwas zum Gucken. Das Wasser ist glasklar, die Kieselsteine, die der Rhein aus dem Süden mitgebracht hat, sind bunt, die Bäume wahre Monster an Riesenpappeln und Weiden, Erlen, die nahe am Wasser stehend ,ihre Wurzeln teilweise über der Erde ausbreiten wie Mangroven. Es ist ganz still.
Die Altrheinarme, die sich manchmal zu Seen erweitern, ein Gewirr von Wasseradern und Naturschutzgebieten bilden, sind natürliche Ablaufbecken für das Hochwasser. Was  da um Karlsruhe und weiter nördlich an Gewässern mit dem Rhein verbunden ist, hat nie zur Kultivierung durch den Menschen  getaugt, weshalb die Landschaft so urwüchsig ist und unberührt. Man kommt an die wenigsten Stellen mit dem Auto heran, darf auch oft nicht mit dem Boot hinein fahren. Folglich bietet sich uns ein Urwald, der einen völligen Gegensatz bildet zum mehr oder weniger ausgebaggerten Rhein.
Daxlanden nennt sich dieses  Gebiet, das im Sommer für Mücken eine ungestörte Brutstätte ist. Uns  belästigt keine, denn wie man uns später erzählt hat, sind weite Gebiete  mit einem Mittel gespritzt worden, das die Entwicklung der Larven unmöglich macht.  
Nach 22 Kilometern auf dem Rhein, noch einem Kilometer zum KC Maxau, dann  haben wir die erste Tour geschafft. Es erwartet uns ein altes Kanuhaus ,in dem wir unsere Matten ausbreiten dürfen. Die Zelte hängen wir zum Trocknen über die Hecke.  Nach dem langen Winter, der paddelfreien Zeit, sind wir alle drei einigermaßen geschafft. Zum Glück können wir einige Meter neben dem Kanuhaus in ein „Schnitzelhaus“ einkehren. Das tut gut. Wiener Schnitzel mit Pommes, ein Salat dabei, was braucht man mehr? Die Lebensgeister erwachen wieder. Im Versammlungsraum des Kanuclubs  stehen zwei Tischtennisplatten. Uwe und Jürgen springen hinter dem Bällchen her, ich auch mal, aber dann reicht es mir. Duschen und Clo, eine Kaffeemaschine für das Frühstück, vor allem aber ein Dach über dem Kopf, das ist das Beste ,was uns nach der verregneten Nacht in Kehl passieren kann.23 Flusskilometer haben wir am ersten Tag geschafft.

Montag

Vom Rheinkilometer 357,5 geht es am nächsten Morgen weiter flussabwärts. Es macht  Spaß, in der Fahrrinne zu paddeln!  Inzwischen weiß ich, dass Bergfahrer langsamer sind als Talfahrer. Das kann man sich zwar denken, aber um den Rhein zu überqueren ,muss man mit der Geschwindigkeit der Abwärtsfahrer rechnen. Die sind schneller da, als man denkt. Dafür haben die Entgegenkommenden Arbeit, gegen die Strömung zu fahren, müssen ordentlich Gas geben, was für uns bedeutet, dass die Wellen hinter dem Schiff höher sind als bei den Talfahrern. Und wenn dann so ein Schieber ankommt, der auch noch mit Containern hoch beladen ist, so hoch wie ein Dreifamilienhaus, dann wird mir doch etwas mulmig. Die nachfolgenden Wellen sind so hoch, dass man nicht darüber schauen kann, regelrechte Meereswellen. Jedenfalls kommt es mir so vor, aber das Vertrauen in mein Kanu ist gewachsen. Es  lässt sich hochheben und  wieder runterlassen, denn die Wellenberge und Wellentäler sind weit genug voneinander entfernt,  so dass der Bug nicht einfach runterklatscht.  Juchhu! Es macht mir überhaupt nichts mehr, die Wellen wie einen weiten Galoppsprung zu nehmen. Man darf nur nicht zu nah am Ufer sein, denn dort werden sie unten gebremst und schlagen über.  Deshalb haben wir die Fahrrinnenbegrenzung immer im Auge. Rote Tonne rechts, grüne links. Ist eine zu nah am Ufer, sollte man den Rhein überqueren, oder  man kann es auch lassen, wenn keine Schiffe in Sicht sind. Uwe kommt  manchmal so nah zwischen Ufer und Schiff, dass wir denken, er würde platt gemacht. Aber da taucht das rot- gelbe Boot schon wieder auf.  Nö, kein Problem für Uwe.
In Germersheim machen wir Pause. Jürgen ist scharf auf Lidl, wo wir Vorräte einkaufen. Wir bringen sie zu den Booten zurück, die auf eine Kiesbank gezogen worden sind. Ich löse Uwe bei der  Bootswache ab, und die beiden Kumpels  gehen los, das Städtchen zu erkunden. Das Stilleben auf der Kiesbank besteht aus den beiden Booten, drei Paddeln, die rumliegen, einer Lidltüte mit Vorräten, einem Plastiksäckchen mit Äpfeln.  Ich sitze mit einem Buch im Schoß angelehnt an die Ufermauer und döse vor mich hin, muss wohl die Augen zugemacht  haben, denn sonst hätte ich ja gesehen, was für eine Gefahr auf mich zurollt. Auf einmal schlägt mir eine Welle auf den Schoß, reißt das Buch weg, hat die Boote seitlich auf den Kies geschoben, meins beinahe umgekippt, zieht sich schon wieder in Sekundenschnelle zurück und – die Paddel. Die Paddel schwimmen auf dem Fluss, die Lidltüte auch, Äpfel, Würstchen Brötchen Käsekuchen, alles einzeln. Ich habe nackte Füße, renne trotzdem über den Kies, sehe wie die zurückweichende Welle ein Steilufer hinterlassen hat und stolpere in den Fluss, um die Paddel zu retten. Ich kriege eins, werfe es an Land, das zweite, das dritte. Da schwimmt Uwes  Neoprenschuh . Weiter ins Wasser bis über die Hüften! Der Schuh – gerettet, der Apfelbeutel, die Würstchen, die Brötchen, den Kuchen kann ich gerade noch grapschen. Zum Glück kommt keine zweite Welle, und das Wasser beruhigt sich wieder. Ich nicht. Eine halbe Stunde später noch, wir sind längst wieder in den Booten, klopft mir das Herz bis zum Hals, sind die Knie weich. Puh, was hätten wir ohne Paddel gemacht? Der Fluss ist gemein, hinterlistig, nimmt, was er kriegen kann. An diesem Tag bin ich nicht mehr gut zu sprechen auf Vater Rhein.
Die beiden Kumpels loben natürlich meinen Einsatz für die Paddel, aber die wissen nicht, wie es ist, wenn so ein Wellenarm angeschlichen kommt und  sich mit unserem Hab und Gut weit zurückzieht, am Ufer saugt, so dass auch noch eimerweise Kieselsteine mit müssen in die Tiefe!
Im WSC Rheintreue bei Rheinsheim finden wir wieder einen guten Übernachtungsplatz. „Rheintreue“, ein Witz! Treu ist ein Fluss nicht. Der macht, was er will.
Das Kanuhaus ist ganz neu, hat heiße Duschen, ein Clubhaus, alles vom Feinsten. Die Kumpels gehen am Abend noch ins Dorf zu einem Italiener.

Dienstag

Das waren gestern 29 Flusskilometer. Wir steigern uns. Heute ist die Altrheintour angesagt, aber erst müssen wir noch einige Kilometer auf dem Rhein abpaddeln, Speyer besichtigen. Immer noch ist die Schifffahrt  nicht zu vergleichen mit der in Köln. Lange Strecken haben wir den Fluss für uns alleine. Die Ufer sind nach wie vor von hohen Bäumen gesäumt, deren Reihen von Zufahrtswegen ins Altrheingebiet unterbrochen werden. Bisher hat es noch keinen Tropfen geregnet, während es aber überall sonst in Deutschland gegossen hat, auch südlich von uns. Deshalb grenzt der Wasserstand um einen Strich darunter an die Hochwassermarke Das wiederum geht unsere Fahrt in der Fahrrinne flott voran. Die Buhnen sind überflutet. Man erkennt sie am gekräuselten Wasser  und kleinen Wellen, wo eigentlich keine hingehören. Ich lasse mir inzwischen vom Rhein keine Angst mehr einjagen, behalte aber großen Respekt vor dem undurchsichtigen Wasser. Dank des guten Steuermanns, seiner Erklärungen über das Verhalten von Flüssen und über die  Rheinschifffahrtsregeln, ist auch ein haushoher Frachter nicht mehr das gefährliche Monster wie er es noch vorgestern gewesen ist.
Speyer ist einen Besucht wert, denn vom Ufer aus gelangt man zuerst in einen Park, dann zum großartigen romanischen Dom, von dessen Hauptportal eine nette Fußgängerzone in die Stadt hinein führt. Speyer muss vom Krieg verschont geblieben sein, denn vom Mittelalter bis heute sind alle Baustile zu sehen. Tische und Stühle auf der  Fußgängerzone, die bunten Auslagen von Geschäften und die Sonne machen den Speyerausflug zu einer runden Sache. Weil immer einer Bootswache halten muss, sind wir  einzeln oder zu zweit unterwegs. Endlich gutes Wetter, Sonnenschein, Wärme!
Sollen wir über den Rhein zum nächsten Kanuhaus fahren oder den Schlenker über den Altrhein machen? Wir sind schon 20 Kilometer gepaddelt. Das Stück auf dem Altrhein soll nur 5 km lang sein. Uwe träumt geradezu vom Altrhein, ist so versessen darauf, dass es mir leid täte, ihm den Wunsch nicht zu erfüllen. Jürgen ist mehr für die Fahrrinne und schnelles Vorankommen. Tja, was jetzt? Würfeln oder Pinnchen ziehen? Ich soll entscheiden. Eigentlich sause ich auch lieber mit der Strömung, aber mein soziales Lehrerinnengewissen kann den Kumpel nicht enttäuschen. Also rein in den Altarm! Mühsam geht es vorwärts. Auf dem Wasser schwimmen die wolligen Samen der Pappeln, zeigen eine träge Bewegung an.  Angeschubst vom Strom und nach 5,4 Kilometern wieder angesogen,  schlängelt sich der Altrhein im Halbkreis ins Land und wieder zurück in den Rhein. Rechts und links des Ufers ist Urwald, richtiger Urwald nach oberrheinischer Art. Der Boden ist mit Brennnesseln bewachsen. Darüber erheben sich Büsche aller Art, und darüber wölben sich die Kronen uralter Bäume. Wer zu alt geworden ist als Baum, streckt nur noch dürre Äste in den Himmel  oder ist schon umgefallen, dient Kinderbäumen als Nahrung. An Pappeln, die so ziemlich am Ende sind, kleben große Baumpilze. Am Ufer blühen gelbe Sumpflilien und manchmal Vergissmeinnicht. Stockenten, Brandgänse, Schwäne schwimmen mit uns auf dem Flussarm, der so breit ist wie die Agger. Kommen wir zu nah an einen Schwan, stellt er drohend die Flügel ein wenig auf.
 Und dann wird es total romantisch. Eine Holzbrücke mit einem Dach überquert den Fluss, und dahinter ragt ein weißer Kirchturm auf. Das Menschliche verschwindet aber nach einigen Paddelschlägen wieder und wir befinden uns erneut in tiefster Wildnis.  Gut, dass das hier nicht Florida ist! Wo dort überall das Wasser in einer Urwaldwelt glänzt, sind Alligatoren nicht fern, die wie Baumstümpfe im Wasser treiben. Davor braucht man hier keine Angst zu haben. Eher davor, niemals anzukommen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das schwere Boot mit Körperkraft voran zu treiben, zu hoffen, dass der Rhein bald wieder zieht und wenigstens ein bisschen Strömung entsteht. So ist es dann auch. Der Flussarm verbreitert sich wie die Sieg beim Eintritt in den Rhein. Man hört das Tuckern der Schiffsmotoren. Eine vorspringende Landnase zwischen Rhein und Altarm ist unser Ziel für heute, das Kanuhaus von Brühl. Wir sehen es schon. Uwe ist bereits angelandet, da lockt Jürgen ein überfluteter Wald, der im Hochwasser steht. Wir paddeln unter den Ästen her, probieren mit dem Paddel, wie tief es ist, sehen Vergissmeinnicht unter Wasser. Es ist gruselig. Ein Wald im Wasser.
Heute haben wir 25,4 Kilometer geschafft, nicht soviel wie gestern, aber das ist verständlich bei der Trägheit des Altrheinarms. Lieber 10 Kilometer in der Fahrrinne als 5 auf „Bleiwasser“ ,wie Ulli später den  Rheinarm am Kühkopf bezeichnet. Er ist schon da, als wir  landen. Wohlwollend besichtigen wir erst einmal das Kanuhaus, das wie alle vorigen eine große Ausstattung an Booten hat, 150 bis 200 Mitglieder, aber wie in Rosbach nur wenig Aktive. Die Lage des Hauses ist so einmalig, auf einem hohen Ufer mitten zwischen Rhein und Altrhein, dass Ulli, Uwe und ich es vorziehen zu zelten, sich vom Brummen der Rheinschiffe in den Schlaf singen zu lassen. Kanadagänse schwimmen auf dem breiten Altrheinarm, fliegen auf und drehen, bevor sie wieder landen, eine Runde in Gänseformation. Der Kuckuck ruft. Der Kuckuck ist für uns der Ruf der Wildnis am Oberrhein geworden, denn er lässt überall sein „Kuckuck“ ertönen bis spät in die Dämmerung hinein. Ulli meint, es seien nur 300 Meter bis zum nächsten Restaurant in Brühl .Er ist ja vorhin mit dem Auto daran vorbei gefahren. Betrug! Es sind mindestens drei Kilometer, wenn nicht mehr. Für uns Bleiwasserpaddler ist der Fußmarsch entschieden zu lang. Doch der Grieche,  der von der Bedienung her und mit seinem Menu  fünf Sterne verdient hätte, entschädigt uns für den langen Fußmarsch.  Uwe und Ulli machen sich am Abend noch auf, das Auto und den Hänger aus Iffezheim zu holen. Um Mitternacht etwa sind sie zurück. Jürgen sitzt auf einer Treppenstufe an der Ufermauer, schaut auf das Wasser, beobachtet die Schiffe. Ich geselle mich zu ihm, lasse mir erklären, dass Schiffe mit drei Positionslampen Schieber sind und die mit einer normale Frachter. Sie ziehen vorbei, gemächlich, langsam. Wenn sie weit entfernt sind, scheinen sie zu stehen. Überhaupt ist es schwer, Geschwindigkeiten aus der Ferne zu messen, auch den Abstand vom Ufer. Mein Steuermann hat eine romantische Ader, die ich aber kaum würdigen kann, weil ich einfach zu müde bin. Ich ziehe mich in mein Zelt zurück. Dieses Fleckchen Erde ist auch schön, wenn man es aus dem Schlafsack heraus betrachtet. Es ist so harmonisch, so friedlich, und die Schiffe haben so freundliche Stimmen, dass ich mir vollkommen zu Hause vorkomme auf dieser Erde.

Mittwoch

Kuckuck ,kuckuck, plitsch, platsch die Gänse auf dem Altrheinarm. Nun zu viert frühstücken wir draußen. Im Kanuhaus ist Bewegung. Ein alter Mann bringt sein Kajak heraus. Wie uns der Hauswart später sagt, ist der Mann schon 84 Jahre alt, paddelt immer noch auf dem Rhein und zwar rheinaufwärts. Ist das Leichtsinn oder sollen wir ihn bewundern? Bewundern auf jeden Fall. Er schwingt schon die Arme, als wir die Boote bepacken und zu Wasser lassen. Inzwischen sind wir schon bei Kilometer 409,2, als wir mit Worms als Ziel das Fahrwasser des Rheins ansteuern. Übrigens sind die Übernachtungen in den Kanuhäusern eigentlich umsonst., ein Akt der Gastfreundschaft unter Sportsfreunden. Wir haben aber immer einen Obolus für die Vereinskasse entrichtet. Das gehört sich so. Und wir passen auch jedes Mal gut auf, dass wir alles so hinterlasen ,wie wir es vorgefunden haben. Das gehört sich auch so. Lobend und anerkennend möchte ich erwähnen, dass Uwe es drauf hat, freundlichen Small Talk mit den Gastgebern zu machen.  Er macht das einfach souverän. Unsere Beziehung zueinander, auch mit Ulli ab Brühl, ist kameradschaftlich, demokratisch, wenn es um Entscheidungen geht, respektvoll. Es hat keiner den anderen übertrumpfen wollen, keiner hat irgendwie blöd angegeben. Auch das ist mir eine Erfahrung wert. Mannheim  und auf der anderen Seite Ludwigshafen, das ist verflixt nicht ohne. Viele Schiffe, fahrende und liegende, ein mit hohen Mauern befestigtes Ufer, An- und Abfahrverkehr, eine Industrielandschaft  mit Speichern, Tanks, Halden, Hallen, Rohren, Schornsteinen, die ihre eigene grafische Schönheit hat. Aber mit dem Kanadier dadurch zu schippern, das ist aufregend und unangenehm. Die Wellen der fahrenden Schiffe brechen sich an der Ufermauer, kommen zurück, überkreuzen sich und man kann zusehen, wie man es vermeidet, dass sie einem längsseits kommen. „Was ist? Wird das Schiff da vorne noch beladen oder entladen, oder will es gerade abfahren?“  „Ist da jemand im Führerhaus?“ „Nein.“ „ Dann los, dran vorbei.“ „ Und wenn der Kapitän gerade einsteigt, uns nicht mehr sehen kann?“ „ So schnell legt kein Schiff ab.“ Na dann, ahoi! „ Guck mal, der kreuzt.“ „Was macht der?“ „Der will zu dem Tankschiff da drüben.“ „Woher weißt du das?“ „ Weil das Heck rumschwingt. Du musst immer nach dem Heck gucken. Von da wird ein Schiff gesteuert.“ „ Ach ja, ich sehe. Der Bug zeigt genau auf uns, aber hinten hat das Schiff schon abgedreht.“ Wieder eine neue Erfahrung. Autos lenken vorne ihre Räder, Schiffe werfen den Hintern herum. Eigentlich logisch, aber wer kommt drauf?  Mit mehr oder weniger angehaltenem Atem paddele ich nach den Maßgaben des Steuermanns durch das Nadelöhr Mannheim – Ludwigshafen. Die Sonne knallt von oben und vom Wasser zurück. Wir haben alle vier eine Pause verdient, die wir am Rand eines Radwegs mit Maultaschen und Handkäse genießen. Weiter nach Worms. Wir haben keine Adresse, nur eine Telefonnummer, auf die sich keiner meldet. Erste Station – keiner da.. Ulli gerät in eine Bedrouille, als er ins Boot einsteigt, und die Wellen eines vorbeifahrenden Schiffes ihn an einen Ponton drängen. „Vorwärts! Vorwärts!“ ruft Uwe. Ulli paddelt aus Leibeskräften, wird nicht am Ponton zerschmettert, überlebt und ruft grinsend zurück: „Na, kommt ihr bald?“ Der nächste Versuch, eine Übernachtung zu managen ,gelingt. Wir dürfen unsere Zelte auf einem Zeltplatz neben einem Kanuvereinshaus aufbauen. Jürgen setzt sich ab bis zum nächsten Morgen, denn er hat Verwandte in Worms. Ulli, Uwe und ich fahren mit dem Bus in die Stadt. Noch ein Dom, aber kein schöner. Alle Türen sind verschlossen. Von einer geht eine geschwungene Treppe hinab auf einen Platz. „ Da schwebt das Brautpaar hinunter,“ grinst Ulli. „ Sechs Jahre später stehen sie vor dem Scheidungsrichter, weil der Bräutigam mit der Nachbarin in diesem Hotel da“, er zeigt auf ein kleines, schäbiges Hotel, „fremd gegangen ist.“ Schade, dass Ulli nicht in Straßburg dabei gewesen ist. Die Heiratseuphorie dort hätte ihn sicher zu sarkastischen Sprüchen hingerissen. Nach einem Eis in einem Eiscafé trennen sich die Wege. Ulli geht mit mir weiter und Uwe alleine. Wir suchen eine Bushaltestelle, weil wir Worms furchtbar langweilig finden. „Hier möchte ich nicht tot über dem Zaun hängen,“ meint er zu recht. Wir stehen an der Haltestelle, bis Ulli merkt, dass es die falsche ist. Wie die Blöden rennen wir durch eintönige Straßen, fürchten schon, den ganzen Weg zum Rhein zu Fuß gehen zu müssen. Das wäre verdammt weit gewesen. Schließlich finden wir eine passende Haltestelle. Möglicherweise hat Worms außer dem albernen Plastikdrachen, den Siegfried besiegte, noch andere Schätze zu bieten. Auf den ersten Blick jedenfalls nicht.

Donnerstag

Es ist Fronleichnam, ein Feiertag, weshalb die Frachter Ruhetag haben. Dafür bevölkern aber die Freizeitkapitäne in den Motorbötchen den Rhein . Deren Wellen sind kurz, für den Kanadier ein Geklatsche auf und ab. Die Sonne knallt wieder. Gestern haben wir 33 Kilometer gemacht. Allerhand! Ich bin fit wie ein Turnschuh, aber nach einer Stunde fühlen sich meine Arme wie Drahtseile an. Es macht  großen Spaß, in der Fahrrinne zu rauschen, hohe Wellen zu meistern. Wenn ein Bergfahrer einen anderen Bergfahrer überholt, ordentlich die Schrauben drehen lässt, dann kommt man sich wie auf der Nordsee bei Sturmflut vor. Auf und ab, steil hoch und steil runter, nur dass das Wasser keine Achterbahn ist,  bei der die Wägelchen an den Schienen befestigt sind. Wasser  kennt kein Pardon, ist aber mit Erfahrung und Fertigkeiten zu bewältigen. Ich vertraue meinem Steuermann ,dem Boot, inzwischen auch mir. Am Ufer wird es etwas lebendiger. Leute grillen, Kinder planschen am Ufer, Angler versuchen ihr Glück. Ich wette, ganz Deutschland grillt heute. So schön das Wetter auch ist, seit gestern haben wir Gegenwind. Was die Strömung an Vorwärtstrieb bringt, das nimmt der Wind wieder weg. Dass wir gestern trotzdem so weit gekommen sind,  ist unserer Zähigkeit zuzuschreiben und dem Willen, anzukommen. Es ist tierisch mühsam, das Boot voran zu paddeln. Beinahe bin ich froh, ins Altwasser abbiegen zu dürfen. Zwischen den hohen Bäumen fegt der Wind nicht. Aber das Bleiwasser klebt mal wieder am Boot. Jetzt hat Uwe wieder seinen Altrheinarm, die Naturschutzgebiete, fährt mit Ulli weit voran. Wie gehabt schwimmen die Pappelsamen in ihrer weißen Wolle auf dem Fluss, bewegen sich kaum, denn von Strömung kann diesmal überhaupt nicht die Rede sein. Was würde es nutzen, jetzt zu fluchen, aufgeben zu wollen? Die Alternative sind Wälder von Brennnesseln rechts und links am Ufer. Womit habe ich das verdient? Habe doch so gut mitgepaddelt die ganze Zeit und muss jetzt im Altwasser , in der immer gleichen Kulisse, rumpaddeln! Jürgen hat seine Gesprächigkeit verloren. Das will was heißen. 26 Kilometer auf dem Rhein mit Gegenwind, 7, 5 auf dem Altrheinarm. Ich habe die Nase voll, komme kaum aus dem Boot, weil meine Knie nicht mehr meine sind. Das ist heute gnadenlos gewesen. Wir sind am Kühkopf bei Pfungstadt. Unlustig baue ich mein Zelt auf, gehe mit den anderen zu einem Jugoslawen essen, falle dann auf meine Matte und schlafe ein. Was ein Glück, dass immer ein Restaurant in der Nähe ist! Das leckere Essen ist wie eine Belohnung für die Strapazen des Tages. Wir haben ordentlich gegessen, in einer Woche mehr als ich sonst in einem Monat esse.  Die Kumpels haben noch lange mit einem Paddelkollegen aus Pfungstadt unter einem Baum gesessen und Bier getrunken.

Freitag

Weil ich so früh in den Schlafsack gekrochen bin, bin ich auch früh fertig mit Ausruhen. Ich gucke gegen sechs aus dem Zelt und bin überrascht und überwältigt von der Schönheit der Natur. Nebel liegt über dem Wasser. Nur die Wedel der Schilfpflanzen schauen darüber hinaus. Die Baumstämme auf dem gegenüber liegenden Ufer wachsen aus dem Nebel heraus, sind gespenstisch halb in Schatten gehüllt, halb in der Morgensonne. Ich drehe mich um, sehe einen gelben Himmel, der am unteren Horizont ein leuchtendes Orange zeigt. „Kuckuck, kuckuck“. Fasziniert lausche ich auf die Stille, die der Kuckuck noch stiller macht. Auf einen Arm aufgestützt,  liege ich im Zelt, will das taunasse Gras nicht betreten, warte auf die Sonne. Sie kommt schnell. Der Nebel über dem Wasser  steigt ein bisschen, ist dann verschwunden. Die Morgensonne hat ihn getrunken. Das Wasser beginnt zu glänzen. Jetzt ist alles wieder so wie am Tag vorher. Ich schlafe noch eine Stunde. Das Bild des Altrheinarms im Nebel unter der aufgehenden Sonne werde ich nicht vergessen. Wenn die Natur bei sich ist, der Mensch nur Zuschauer , verbreitet sie einen Frieden, den es unter Menschen auf diese Art nicht gibt Es ist kein Wille darin, kein Bewusstsein, kein Ziel. Es ist, wie es ist, einfach so. Und das bewegt die menschliche Seele, die auch gerne so wäre.Wir sind noch nicht halb um die Kurve des Altrheinarms, müssen uns wieder anstrengen, in dem beinahe strömungslosen Gewässer weiter zu kommen.  Noch neun Kilometer bis zum Rhein. Aber wir sind ausgeruht und guter Dinge. Es geht nach Mainz, dem Ziel unserer Tour. Immer noch Gegenwind, aber nicht mehr so stark Mein Gesicht ist verbrannt, die Arme auch. Gibt es Sonnenbrand in den Augen? Ich kann kaum noch gucken. Es fühlt sich an, als habe ich Sand in den Augen. Es paddelt sich automatisch, jenseits aller Anstrengung. Irgendwo, sagt mir wo, in einem Weinort vor Mainz, gönnen wir uns Pommes an einer Bude und fahren weiter. Das Rheintal öffnet sich. Weinberge reichen weit in ein hügeliges Land hinein. Die Zivilisation mit Rheinörtchen am Ufer ist eine willkommene Abwechslung zu den großen Bäumen und der Wildnis am Oberrhein. Es gibt viel zu gucken, viele Schiffe inzwischen, die alle Aufmerksamkeit verlangen. Wieder sind wir ziemlich schnell. Nach den mühsamen neun Kilometern auf dem Altrheinarm am Kühkopf schaffen wir die restlichen 24 bis Mainz  mit einer kurzen Pommespause bis zum frühen Nachmittag. Kein Kanuclub findet sich, keine Adresse, auf die sich jemand meldet. Da bleibt nur der öffentliche Campingplatz übrig. Das passt mir überhaupt nicht, denn der Platz ist überbevölkert, nicht  in Stellplätze eingeteilt. Ich wage zu maulen. Ulli meint: „ Du stirbst nicht dran.“  Nee, das nicht, aber ich bin verwöhnt mit Kanuhäusern und einer Privatsphäre für mich. Jürgen ist wieder aushäusig, denn auch in Mainz hat er entfernte Verwandte. Ich gönne mir ein halbes Hähnchen, spendiere Ulli und Uwe ein Bier, wandere dann allein am Ufer entlang und freue mich an der Skyline von Mainz auf der anderen Rheinseite. Überall ist Remmidemmi im Gange, auf dem Campingplatz und auf dem anderen Ufer. Aber um zehn ist es still. Das wundert mich. Deutsche Campingplätze kennen normalerweise keinen Zapfenstreich. Da wird rücksichtslos bis zum Morgen gegrölt. Hier Gott sei Dank nicht.  

Samstag

Als ich aufstehe, sind Ulli und Uwe schon unterwegs, das Auto und den Hänger aus Brühl zu holen. Ich soll Bootswache halten, gehe aber am Ufer spazieren und erfreue mich an der Ansicht von Mainz im vollen Sonnenlicht. Mainz ist nicht Köln, welche Stadt kann sich schon mit Köln messen, aber es ist einfach nur schön , die Häuser, den Dom, die Brücke anzuschauen. Die Zeit wird mir nicht lang. Jürgen kommt zurück, dann kommen Uwe und Ulli, und es geht ans Ein- und Aufladen. Wieder mal glaube ich nicht, dass mein Boot soviel Säcke, Jürgens Tonne, den Rollwagen und all die Kleinigkeiten tragen konnte.Gutgelaunt machen wir uns gegen 14 Uhr auf den Rückweg. Uwe hatte einen Ruhetag eingeplant, weil er nicht damit rechnete, dass wir alle so gut drauf sein würden. Ein Ruhetag! Wie langweilig! Wir sind genau 168,9 Kilometer gepaddelt. Uwe hat die Tour gut geplant, hat seine Altrheinarme genossen. Der Wanderbursche Ulli erzählte von seinen Wanderjahren. Jürgen wusste viel Kulturelles.. Alles in allem war das eine gelungene Tour. Ich wünsche ,es würde bald wieder eine geben, aber dann an Burgen und Schlössern vorbei. Die Rheinromantik beginnt bei Bingen, geht an der Lorelei vorbei, am Mäuseturm, an der Pfalz bei Kaub,  an der Marksburg.   Wer Spaß gehabt hat an meinen Ausführungen, meldet sich für eine neue Rheintour.Wie wäre es mit Mitte September, wenn die Reben rote und gelbe Blätter haben, die Sonne tiefer steht, ein gelbliches Licht verbreitet und lange Schatten wirft?

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