Pfingsttour 2007

Die Ourthe ist ein Wanderfluß, die bei Liege (Lüttich) in die Maas mündet. Die Ourthe ist auf einer Strecke von fast 130 km durchgehend befahrbar. Besonders reizvoll ist die Strecke oberhalb von La Roche, vom Stausee Nisramont bis Maboge, da sie dort als leichtes Wildwasser durch ein enges Waldtal fließt und die Straße nicht am Fluß vorbeiführt.

Unterhalb von La Roche wird das Tal breiter, aber immer noch interessant zur Befahrung und auch für Anfänger zu empfehlen, da die Ourthe ab La Roche keine wesentlichen Schwierigkeiten mehr aufweist.

Kanu_2007_Ourthe

Kanu_2007_Ourthe

Trotz anfänglicher Befürchtungen wegen längerer Regenpause hatte unser Ziel, die Ourthe,  in den belgischen Ardennen genügend Wasser und wir hatten immer eine handbreit Wasser unterm Kiel- zumindest bei richtiger Fahrweise… 😉

Die Wetterprognose für die Pfingsttage war denkbar schlecht für ein Zeltlager, jedoch fanden sich 21 Unerschrockene Kanuten in La Roche ein; die meisten schon am Freitag Abend. Während Ellen und Tobias sich auf der Hintour (mit dem Kanuhänger im Schlepptau) schon Liege ausgiebig, wenn auch unfreiwillig ansahen  ( Erinnerungen an die „Nancy- Stadtbesichtigung mit Kanuhänger“ wurden geweckt…) , machten Thomas, Felix und ihr  Navi einen Abstecher in ein anderes belgisches La Roche, wo trotz halbstündiger Suche kein Fluss zu finden war. Eine neuerliche Eingabe ins Navi ergab, dass das Ourthe- La Roche noch 120 km entfernt war. Aber auch Thomas und Felix kamen rechtzeitig zum ersten Gewitter an.

Nicht ganz zu Unrecht meinte Uli, das das ja wohl seinen Schnitzer bei der Nahetour wettmacht, als er zur Einstiegsstelle wollte, ab Ausstiegsstelle aber flussab fuhr…

Dank eines Zufalls 😉 hatten wir nicht nur das Gestänge des 3x6m Pavillons dabei, sondern auch das Dach des Pavillons (die Rosbacher Kanuten sind steigerungsfähig, jawohl!). Das war ja schon mal gut, angesichts des Wetters. Die Seitenteile wären auch nicht zu verachten gewesen, die jedoch tummelten sich wohl lieber unentdeckt  in irgendeiner Ecke des Kanuhauses herum…

Aber die Idee im Baumarkt Planen zu kaufen und als Seitenteile zu verwenden wurden am Samstagmorgen erfolgreich umgesetzt.  Nachdem für das abendliche Grillen eingekauft war und die Nachzügler eingetroffen waren, ging es endlich auf den Fluß.

Der Einfachheit halber und zur Einstimmung für die weniger Geübten stiegen wir direkt an unserem Campingplatz in den Fluss, denn ab La Roche weist der Fluss keine nennenswerten Schwierigkeiten auf. Nach ca. 13 km war das Ziel denn auch erreicht, zwar mit einigen Kenterungen, aber bei unerwartet trockenem und auch sonnigem Wetter nicht weiter tragisch.

Gegen 17.00 Uhr waren wir zurück und nach einem Ruhepäuschen ging es an die Grill- vorbereitungen. Pünktlich zum Essen fing dann auch der Regen wieder an und dank Tobias` unerschöpflicher  Ausrüstung wurde aus einer 3×4 m Plane eine Giebelwand für das  Pavillon, mit der wir dann auch Sturmböen trotzen konnten. Nur einmal hasteten alle an die Pfosten um das große Zelt am Boden zu halten…  Der erste Versuch ein Lagerfeuer in der Grillschale, aber unter dem Zeltdach zu machen, muss als gescheitert angesehen werden, denn trotz Regen flüchtete alles aus dem Zelt auf der Suche nach Sauerstoffatomen… Später am Abend ließ der Regen aber nach und wir konnten uns doch noch um das Feuer scharen.

Am Sonntagmorgen wurden wir durch das Prasseln des Regens auf Zelt- und Wohnwagendach geweckt und auf den Tag eingestimmt… Die Idee mit den Planen wurden auch von anderen Campingplatzbewohnern begeistert aufgenommen: aus manch einer Ecke leuchtete die blau- grüne Plane…

Die ersten Kanu- Mitstreiter streckten die Paddel und fuhren schon am Sonntag zurück.

Aber der Tag wurde besser, als er angefangen hatte! Es hörte auf zu regnen und auch die Sonne zeigte sich solange wir auf dem Fluß waren. Wir wählten für den zweiten Tag die Strecke von Nisramont (vom  Stausee) bis Maboge; auch im DKV-Flussführer als schönster Abschnitt angekündigt.

Anders als vor 7 Jahren, als wir dieselbe Strecke befuhren, hatten wir durch den Regen mehr Wasser und so ergab sich durch die kurvenreiche Strecke und zahlreiche Felsen und Steine ein fahr- und spieltechnisch interessanter Tag auf dem Fluss, so dass auch die Wildwasserliebenden an so mancher Spielstelle auf ihre Kosten kamen.

Am späten Nachmittag waren wir von der Tour zurück und nach etwas „Augenpflege“ gingen wir zu Fuss nach La Roche ( die Füsse wollten auch noch mal etwas tun ) und  hatten das Glück trotz großer Gruppe von 14 Leuten   noch Plätze in der Pizzeria zu bekommen- allerdings draussen; aber nach dem feuchten Wochenende konnte uns das nicht wirklich abschrecken.

Gestärkt mit Pizza, Crepes und Co. ging  es zurück zum Campingplatz und erst um Mitternacht wurde die Lagerfeuerrunde aufgelöst, forderten die Tage auf dem Fluss ihren Tribut.

Nach ausgiebigem Frühstück ( dank Frühaufsteher Klaus ) mit frischen Brötchen und Croissants, hielt das Wetter noch so lange, bis wir alles ausgeräumt und weggepackt und verstaut hatten. Erst dann fing der Regen wieder an: Perfektes Timing!

Alles in allem hat uns die Tour an die Ourthe wieder gut gefallen.

Ellen

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